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kein neues Spiel

Urteil: Haftung bei rüden Foulspiel

27.11.12 10:24

"Der 6. Zivilsenat des Oberlandesgerichts Hamm bestätigte mit seinem
Richterspruch, der am Montag veröffentlicht wurde, in zweiter Instanz
ein früheres Urteil des Landgerichts Dortmund.[...]"

@Quelle:reviersport

Ein Urteil, welches Symbolcharakter haben könnte. Schwierige Situation. Auch für Schiedsrichter.

[...]Das Oberlandesgericht hat die Verurteilung des Beklagten zu
Schadenersatz und Schmerzensgeld in Höhe von 50.000 Euro bestätigt.
"Mangels Fahrlässigkeit" hafte ein Fußballer zwar nicht, wenn er seinen
Gegenspieler "bei regelgerechter und dem Fairnessgebot entsprechender
Spielweise verletze". Im vorliegenden Fall aber "hafte der Beklagte,
weil er unter Verstoß gegen die DFB-Fußballregel Nr. 12 rücksichtslos
gehandelt habe". Er habe "den zur Verletzung des Klägers führenden
Zweikampf ohne jede Rücksicht auf die Gefahr und die Folgen seines
Einsteigens für den Gegner geführt".


Problem hierbei. Wer bestimmt in Zukunft, wann ein Foul zu
Haftungsansprüchen führt. In meinen Augen spielen wir alle Fussball,
alle weil wir Spaß daran haben und wir kennen alle das Risiko. Können
wir in Zukunft bei umknicken im Rasen, die Stadt oder den Verein
verklagen, weil der Rasen nicht in Ordnung war oder sogar den
Schiedsrichter, weil er das Risiko eingegangen und das Spiel angepfiffen
hat?

Absurd. Schwierig wird es für den Schiedsrichter in Zukunft bei der
Beurteilung von Fouls. Er hat nun die Basis einer Klage in der Hand.
Nicht vorzustellen, was passiert, wenn er in den Spielbericht rüdes
Foulspiel schreibt. Was bedeutet den rüdes Foulspiel?

In meinen Augen, ist es rüde, wenn ein Spieler ohne Rücksicht auf das
Wohl des Gegner in ihn einsteigt und damit eine Verletzung billigend in
Kauf nimmt. Sprich nah an einer Tätlichkeit. Kein Ball in der Nähe. Mit
beiden Beinen voraus. Von hinten in die Beine. Fuss auf Gesichtshöhe.
Ich denke wir haben alle entsprechende Bilder vor den Augen. Hier ist es
richtig und wichtig, dass gehaftet werden kann. Allerdings...

... muss man aber auch sehen, dass Verletzungen auch durch einen
Zweikampf entstehen können, die eine Rote Karte zu folge haben. Ein
Spieler führt den Ball und wird seitlich von Hinten abgegrätscht. Er
trifft den Ball nicht und sieht wohlmöglich je nach Härte und Verlauf
des Spiels die Rote Karte. Hier hatte er ab vielleicht die Möglichkeit
den Ball zu spielen und hatte nur Pech, dass er den Spieler falsch
trifft. Laut Urteil müsste er also haften. Obwohl er vielleicht nicht im
Sinn hatte seinen Gegner schwer zu verletzen. Hier wird es in Zukunft
einige Gradwanderungen geben.

Ich bin gespannt. Leichter wird es nicht. Aber hoffentlich ruhiger auf Sportplätzen dieser Republik!

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